Mit der krönenden Abschlussaufführung ist unser inklusives Kunst- & Spielprojekt Zirkuslust zu Ende gegangen. Eine Woche lang konnten Kinder zwischen 6 und 12 Jahren in unserer Zeltstadt sich an Zirkuskünste ausprobieren und diese präsentieren. Aus den Bereichen Bewegungskunst, Zauberei, Clownerie und vielem mehr stellten sich alle ihr persönliches Pfingstferienprogramm aus einem vielfältigen Angebot zusammen.
Den Höhepunkt bildete die große Vorstellung des Erprobten am Ende der Woche. Die Kinder konnten damit das Publikum, das aus Eltern, Familie und Freund*innen bestand, mit ihren neu erlernten Fähigkeiten regelrecht bezaubern!
Dabei bringt die Rede, die im Rahmen der Abschlussaufführung gehalten wurde, zum Ausdruck, warum Zirkuslust Jahr für Jahr eine besondere Erfahrung für alle Teilnehmenden ist. Natürlich möchten wir sie an dieser Stelle zum Nachlesen mit euch teilen:
Liebe Kinder, liebe Jugendliche,
liebe Familien, liebe Kolleginnen, liebe Freundinnen von Zirkuslust,
herzlich willkommen zur Abschlussvorstellung von Zirkuslust 2026!
Die Aufführung ist immer ein besonderer Moment. Ein Moment, in dem all das sichtbar wird, was in der letzten Woche entstanden und gewachsen ist: Mut, Vertrauen, Kreativität – und vor allem: Verbindung.
Was macht Zirkuslust so besonders?
Zirkuslust ist mehr als einfach nur ein Ferienprojekt oder ein Workshop. Es ist ein Raum, in dem Kinder und Jugendliche sich ausprobieren dürfen – jenseits von Leistungsdruck und Bewertung. Ein Raum, in dem jemand, der vielleicht im Alltag wenig gesehen wird, plötzlich im Scheinwerferlicht steht. Ein Raum, in dem Scheitern erlaubt ist und daraus etwas Neues entstehen kann. Ein Raum, in dem alle so wie sie sind da sein dürfen und gemeinsam die Manege erobern.
Bei Zirkusklust zählt nicht, wer am besten ist. Hier zählt, dass jede und jeder seinen Platz findet.
Hier entstehen Gemeinschaften aus ganz unterschiedlichen Lebensrealitäten.
Hier wird die Zirkus-Kunst zu etwas, das verbindet,.
Und genau das ist auch das, was uns als CultureClouds antreibt:
Kunst und Spiel nicht als Luxus zu verstehen, sondern als etwas Grundlegendes. Als etwas, das Menschen stärkt, sichtbar macht und miteinander in Beziehung bringt.
Und diese Arbeit findet nicht im luftleeren Raum statt.
Wir erleben gerade eine Zeit, in der viele Kinder und Jugendliche unter Druck stehen. Psychisch, sozial, gesellschaftlich.
„Man sagt immer, die Kinder sind die Zukunft, ja, sind wir, aber wenn uns halt keiner hört, dann bringt es auch nichts, die Zukunft zu sein.“
Gleichzeitig sehen wir, dass gerade in diesen Bereichen – in Kultur, Bildung und Sozialem – gekürzt wird.
Das ist ein Widerspruch, den wir nicht einfach hinnehmen dürfen.
Denn was wir hier sehen – jetzt hier in der Manege und die ganze Woche über in den Zelten und auf der Wiese ist keine „freiwillige Zugabe“.
Es ist essenziell.
Wenn Kinder lernen, sich etwas zuzutrauen.
Wenn sie erleben, dass sie Teil einer Gruppe sind.
Wenn sie spüren, dass ihre Stimme zählt.
Und Wenn Sie erleben, wie toll das ist, etwas gemeinsam auf die Bühne zu bringen und dafür Applaus und Anerkennung zu bekommen – dann ist das nicht nur schön.
Dann ist das gesellschaftlich relevant.
Und deshalb ist es unsere gemeinsame Aufgabe – als Künstlerinnen, Pädagoginnen, Eltern, Publikum – solche Räume zu schützen und weiterzuentwickeln.
Unser diesjähriges Rahmenthema für alle Projekte lautet: Verbindung.
Und ich glaube, man kann dieser Vorstellung ansehen, was das konkret bedeuten kann.
Verbindung zwischen Körper und Ausdruck.
Verbindung zwischen Menschen, die sich vorher fremd waren.
Verbindung zwischen innerer Welt und dem, was wir auf die Bühne bringen.
Aber auch Verbindung über das Festival hinaus:
zwischen Kunst und Gesellschaft, zwischen individuellen Geschichten und einem gemeinsamen Erlebnis, das sie vielleicht und hoffentlich mit in ihren Alltag nehmen.
Vielleicht ist das gerade heute das Wichtigste:
Dass wir Orte schaffen, an denen Verbindung möglich ist in einer Zeit, die oft von Trennung geprägt ist.
Zum Schluss möchte ich allen danken, die Zirkuslust möglich gemacht haben:
unserem großartigen Team, den Eltern und Familien – aber vor allem euch, den Kindern.
Ihr seid der Grund, warum es dieses Festival gibt.
Und ihr seid es, die es zu dem machen was es ist.



