Rahmenthema 2026/2027

Verbindung

Verbindungen sind das, was uns trägt. Und das, was uns herausfordert.

Wir leben in einer Zeit, in der scheinbar alles in der Welt digital und permanent miteinander verbunden ist. Und zugleich erleben viele Menschen genau das Gegenteil: Vereinzelung, Einsamkeit, Sprachlosigkeit. Verbindungen werden schneller, dichter, komplexer und oft brüchiger. Sie entstehen, halten für kurze Zeit, reißen ab, verheddern sich, überfordern. 

Doch alles hängt mit allem zusammen. Manche Verbindungen sind sichtbar, andere unsichtbar.

Verbindungen sind Beziehungen zwischen Menschen, Generationen, Kulturen und Lebenswelten. Sie sind das Zusammenspiel von Körpern im Raum, von Ideen und Gefühlen, von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Sie entstehen im Spiel, in der Kunst, im gemeinsamen Tun. Sie brauchen Zeit, Aufmerksamkeit, Vertrauen und vor allem Räume, in denen sie entstehen, sich verändern und wirksam werden können.

Verbindungen sind nichts Statisches. Sie müssen gepflegt, verhandelt, manchmal neu geknüpft werden. Sie eröffnen Möglichkeiten, gesellschaftliche Spaltungen zu hinterfragen und gemeinsam neue Formen des Miteinanders zu erfinden.

Wir fragen in und mit unseren Projekten in den kommenden zwei Jahren: 

Was verbindet uns wirklich miteinander? Was trennt uns, obwohl wir doch ständig in Kontakt sind? 

Und wie können wir dem mit Kunst und Spiel auf die Spur kommen, sichtbare und unsichtbare Verbindungen mit spielerischen und künstlerischen Methoden erforschen, erfahren, ausdrücken und gestalten?

Gerade für Kinder und Jugendliche ist das Thema hochaktuell und drängend. Viele erleben eine Welt, die von ihnen verlangt, gleichzeitig leistungsfähig, flexibel, angepasst, kreativ, resilient und ständig verfügbar zu sein. Gesellschaftliche, politische, ökologische und persönliche Herausforderungen und Krisen sind allgegenwärtig. Zwischen Schulstress, sozialen Medien, Zukunftsängsten und dem Wunsch nach Orientierung wächst bei vielen die Sehnsucht nach Zugehörigkeit, nach echten Begegnungen und Verbundenheit. Viele fragen sich: Wo finde ich meinen Platz? Wer sieht mich? Wo gehöre ich dazu?

Verbindungen können Halt geben und Mut. Sie können stärken, Vertrauen und Sicherheit geben und empowern. Sie können aber auch, widersprüchlich, konflikthaft, laut, leise oder fragil sein. Und genau darin liegt ihre Kraft.

In unseren Kunst- und Spielprojekten öffnen wir Räume, in denen Verbindungen erforscht, erfunden und neu geknüpft werden können: 

Hier darf ausprobiert werden, wie es sich anfühlt, Teil eines Geflechts zu sein. Verantwortung zu teilen. Resonanz zu erleben. Unterschiedlichkeit nicht als Trennung, sondern als Verbindungslinie zu begreifen. Kunst und Spiel werden dabei zu Mitteln, um Verbindungen sichtbar, spürbar und veränderbar zu machen. 

Mit dem Rahmenthema „Verbindung“ richten wir den Blick auf das, was uns zusammenhält und auf das, was wir verändern müssen, damit Verbundenheit für alle möglich wird. 

Künstlerisch. Spielerisch. Mutig. Mitten in der Stadt. Mit Kindern und Jugendlichen. Mit euch.